Wechseljahre – so kann deine Seele leiden

Was verbindest du mit dem Wort Wechseljahre? Denkst du zuerst an Hitzewallungen und Schweißausbrüche oder kennst du auch emotionale Begleiterscheinungen dieser Lebensphase?

Welche emotionalen Tiefen mit den Wechseljahren einhergehen können, warum das so ist und was du unterstützend für dich tun kannst, erfährst du in diesem Artikel, der unsere seelische Verfassung in der Lebensmitte beleuchtet.

Zur Orientierung – das können bspw. psychische Symptome der Wechseljahre sein:
  • Stimmungsschwankungen
  • Weinerlichkeit
  • Traurigkeit
  • Ängste
  • innere Unruhe
  • Anspannung und Nervosität
  • Aggressivität
  • schlechte Konzentration und Vergesslichkeit
  • Interesselosigkeit
  • seelische Erschöpfung
  • Schlafstörung
  • sexuelle Lustlosigkeit
  • geringes Selbstvertrauen

Es kann sein, dass manchmal nur bestimmte Symptome auftreten und andere nicht. Manchmal ist eine ganze Zeit lang Ruhe und dann kommen sie wieder, diese kleinen Quälgeister, wie ein Überfallkommando. Du kennst wahrscheinlich auch Geschichten von Frauen, die während der Wechseljahre ein ziemliches Tief hatten, oder? Andere Frauen dagegen spüren die Veränderung weder auf der körperlichen, noch auf der emotionalen Ebene. Und bei manchen ist von allem etwas dabei.

Fragst du dich auch, warum bei dir alles auf einmal kommen muss? Oder gehörst du zu den Glücklichen, die unbelastet durch diese Phase gehen?

An der Vielfalt dieser möglichen Ausprägungen sehen wir, dass es kein Patentrezept für alle Frauen gibt, um diese Phase besser überstehen zu können. So individuell wir Frauen sind, so unterschiedlich erleben wir auch diesen Lebensabschnitt des Wechsels.

Eines ist auf alle Fälle sicher: wir alle müssen da durch, können diese Jahre nicht überspringen.

Warum wird unsere Seele jetzt so durchgeschüttelt?

Hierfür gibt es mehrere Auslöser. Welche das sein können, erfährst du in den nächsten Abschnitten. Und auch, was du tun kannst, um dich positiv zu unterstützen. Doch bitte beachte, dass diese Empfehlungen bei Beschwerden mit Krankheitswert den Gang zum Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzen können!

  • Hormonelle Veränderungen

Symptome wie Schlafstörungen, Reizbarkeit, Traurigkeit, Konzentrationsstörungen, Antriebslosigkeit und depressive Verstimmungen treten bei vielen Frauen ab der Lebensmitte auf. Meist erklärt man sie mit den hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre. Der Körper reduziert nicht nur die Östrogenproduktion, sondern auch die Progesteronausschüttung. Dadurch kann es ähnliche Stimmungsschwankungen wie in den Tagen vor der Periode geben.

  • Veränderungen der Lebenssituation

Zusätzlich kann es in dieser Zeit, neben den körperlichen Veränderungen, enorme Einschnitte in unserem privaten oder beruflichen Leben geben.

Hierzu zählen Krisen in der Partnerschaft, der Auszug der erwachsenen Kinder oder auch der Tod bzw. die Pflegebedürftigkeit der Eltern. Außerdem kann sich auch das berufliche Umfeld verändern. Plötzlich gehörst du vielleicht zu den Dienstältesten im Kollegenkreis. Junge Kollegen, die deine Kinder sein könnten, treten dir vielleicht mit anderen Methoden und Denkweisen gegenüber. Häufig regt sich dann erst einmal der Widerstand und die Verteidigung des Altbekannten und Bewährten in uns. So manche Frau fühlt sich dadurch abgeschoben und überflüssig, wie ein alter Zug auf dem Abstellgleis. Auf dieser Grundlage haben Melancholie oder depressive Verstimmungen leichtes Spiel.

Mit all diesen Herausforderungen sind verständlicherweise große Ängste verbunden, die unser Leben ganz schön auf den Kopf stellen können. Immerhin kommt so etwas ja meistens vollkommen überraschend und ungeplant – oder hast du da andere Erfahrungen gemacht? Hast du auch manchmal das Gefühl, bisher zu kurz gekommen zu sein, immer nur für die anderen parat gestanden zu haben?

Wenn du dir Jahre zuvor vielleicht noch gesagt hast, dass in deinem Leben nun alles sicher und gut eingerichtet ist, stellst du dir nun vielleicht Fragen wie:

♦ „Soll das alles gewesen sein?“

♦ „Habe ich mein Leben wirklich gelebt?“

♦ „Bin ich hier noch am richtigen Platz?“

♦ „Werde ich überhaupt noch gebraucht?“

♦ „Was ist nun meine Daseinsberechtigung?“

♦ “ Ist das, was ich tue, überhaupt noch sinnvoll?“

Durch die Hormonveränderungen werden die Gefühle als Folge dieser unangenehmen Gedanken auch noch körperlich verstärkt. Und als ob das alles noch nicht reicht, müssen einige Frauen in dieser Zeit auch noch mit Unverständnis aus ihrem Umfeld klar kommen. Die Familie, insbesondere der Partner, weiß häufig nicht, was sie in dieser anstrengenden Lebensphase für die Frauen tun kann. Zumal ja auch ihr eigenes Leben und Empfinden dadurch häufig betroffen ist. Und das kann wiederum zu Missverständnissen und Konflikten führen.

Ein ganz schöner Brocken, den manche von uns da schlucken müssen, oder?

Und dann kommt auch noch der Faktor Stress dazu….

Kennst du das, dass deine Gedanken z.B. um diese Fragen kreisen, du unzufrieden bist, keine Antworten findest, dir ständig  Sorgen machst? All das ist purer Stress für deinen Körper, Geist und Seele.

Stress spüren wir nicht nur dadurch, dass wir uns gehetzt, rastlos und ratlos fühlen, sondern auch noch durch zusätzliche Stresshormone, die unser Körper ausschüttet. Diese bringen unser Hormonsystem ebenfalls ganz schön durcheinander. Das heißt, eines kommt zum anderen. Die Gedanken und unser emotionales Empfinden beeinflussen unseren Körper. Unser gestresster Körper öffnet wiederum die Tür für negative Gedanken. Dadurch fühlen wir uns schlecht. Und so sind wir mitten drin in dieser Abwärtsspirale.

Wußtest du, dass Stress und hormonelle Schwankungen Frauen besonders anfällig für Schlafstörungen machen können? Wie du dich hier sanft unterstützen kannst, erfährst du in unserem

 „Gute-Nacht-Schlafritual“.

Du kannst es dir hier kostenlos runterladen. Es soll dich dabei unterstützen, zur Ruhe zu kommen. Du kannst dir mit unseren Ideen und Tipps ganz einfach dein eigenes Schlafritual zusammen stellen, ganz so wie du es brauchst.

Was kannst du noch tun, um dich zu unterstützen?

Wie gefällt dir z.B. folgender Gedanke?

Die Wechseljahre sind ein Geschenk, das zugleich eine Aufgabe für mich mit sich bringt.

Aus meiner Sicht bringt es uns viel, bewusst auf unsere Gedanken zu achten. Wir sind nicht unsere Gedanken, wir können sie aktiv verändern, zumindest die meisten von ihnen. Wenn wir diese Lebensphase des Wechsels negativ bewerten, fühlen wir uns schlecht! Wenn wir uns mit ihr bewusst auseinander setzen und den tieferen Sinn in ihr erkennen, unterstützt das unser Wohlergehen.

   1. Stelle dich deinen Lebensfragen

Willst du so weitermachen wie bisher oder spürst du, dass es Zeit ist, das ein oder andere in deinem Leben zu verändern? In der ersten Lebensphase ging es meistens um den Aufbau beruflicher Perspektiven und Familiengründung. Die meisten dieser Projekte sind nun abgeschlossen, oder zumindest in sicheren Bahnen unterwegs.

In der zweiten Lebenshälfte müssen und sollten wir also nicht unbedingt die erste Hälfte einfach fortführen. Immer weiter voran, wohin soll das noch führen? Viele Frauen entwickeln gerade jetzt ihre einzigartige Persönlichkeit. Wir verfügen nach einigen Lebensjahrzehnten automatisch über einen großen Schatz an Lebenserfahrung. Nun können wir lernen über den Dingen zu stehen und unserem Urteil zu vertrauen. Das ist der ideale Zeitpunkt, um nach einer Auseinandersetzung mit unseren Lebensaufgaben unsere Selbstzweifel endlich über Bord zu werfen. Ist das nicht ein befreiender Gedanke?

Außerdem dürfen wir uns fragen, welche unserer Bedürfnisse wir bisher noch nicht gelebt haben, welche Aspekte unserer Persönlichkeit wir nun endlich stärker entWICKELN möchten.

Und ja: das trifft natürlich nicht alles auf jede Frau zu. Es gibt Frauen, die von Kindheitsbeinen an selbstbewusst durch ihr Leben laufen, aber es gibt auch die anderen, deren innerer Kritiker sie bisher davon abhielt, sich in Liebe anzunehmen. Für diejenigen gibt es nun die große Chance, sich von Altlasten zu befreien. Es ist so, als ob dieser Aufruhr in Körper und Seele eine Wandlung einläutet. Und so ist es ja häufig: es muss erst etwas zerstört werden, damit es sich danach zu etwas verwandeln kann, das nun besser zu uns passt.

2. Überdenke deine Einstellung zu den Wechseljahren

Stimmungsschwankungen können durch eine Abwehrhaltung gegenüber den Wechseljahren verstärkt werden. Je mehr wir uns gegen etwas wehren, desto stärker wird es meistens. Die Lösung dieses Dilemmas liegt für mich in der Akzeptanz, zumindest zu Beginn. Wenn wir bereit sind, uns die Situation, in der wir ja eh schon stecken, intensiv anzuschauen, merken wir häufig, dass die Angst vor dem Unbekannten viel größer ist als die Angst vor dem, was wir schon kennen. Auch wenn das Bekannte unangenehm ist. Wir können durch das bewusste Hinschauen Verantwortung für uns übernehmen und herausfinden, was uns gut tut. Danach können wir Stück für Stück anfangen, positive Dinge in unserem Leben umzusetzen. All das, was gerade nicht zu ändern ist, können wir dann meistens auch viel besser integrieren – so wie vielleicht ein quengelndes Familienmitglied. Das kann zwar ganz schön nerven, aber lieb haben wir es meistens dennoch :-).

Also lass dich auf das Phänomen der Wechseljahre ein, finde das Positive in ihnen! Sie werden auf alle Fälle kommen, wir können sie nicht vermeiden.

3. Verändere deine Einstellung zu den Wechseljahren

Was schenkt dir diese Erfahrung der Wechseljahre? Was für Erkenntnisse kannst du daraus ziehen? Im Rückblick sehen wir häufig, welchen Gewinn wir durch Veränderungen, die uns von außen quasi aufgedrängt wurden, erzielen konnten.

Vielleicht hilft ja auch die Frage, was du tun würdest, wenn es diese einzelnen Lebensphasen nicht gebe? Wenn alles immer gleich wäre? Wenn es keinen Unterschied zwischen Kindheit, Jugend, Erwachsenendasein, Lebensmitte und Alter gebe?

Wieviele neue Projekte würden nicht geboren werden, wieviele Leidenschaften nicht gelebt?

Anders ausgedrückt ruft uns diese Lebensphase zu, uns endlich das zu geben, was wir uns schon immer (auch von anderen) erhofft haben.

Also lohnt es sich in unser Innerstes aufzubrechen und zu erforschen, was wir noch gerne in diesem Leben tun möchten. Auf Grund unserer Lebenserfahrung stehen uns viele Türe offen, wir müssen nur durch sie hindurch gehen. Was wir dafür brauchen ist Mut. Nach dem ersten Schritt wird alles schon leichter. Wofür schlägt dein Herz?

Wenn du diesen neuen Weg gehen möchtest, hilft dir bestimmt auch eine gesunde Portion Selbstliebe. Und damit ist nicht der böse Egoismus gemeint, sondern eine gute, liebevolle Beziehung zu dir selbst. Falls du dazu noch einige Ideen sammeln möchtest, lies gerne auch diesen Artikel, der erste Schritte auf dem Weg zu gesunder Selbstliebe beschreibt.

Falls deine psychische Verfassung sehr schlecht ist, scheue bitte nicht davor zurück, dir professionelle Hilfe zu suchen. Aus stärkeren Depressionen kommen nur die wenigsten Menschen alleine raus – eine Psychotherapie bietet dir die Chance, neue Wege in einer geschützten Begleitung zu finden und dann auch zu gehen. Sprich mit einem dir vertrauten Arzt oder Heilpraktiker, was für Möglichkeiten es gibt.

4. Tue dir Gutes!

Um deine gesunde, positive Stimmung zu unterstützen, kannst du außerdem in folgenden Bereichen aktiv werden:

  • Die Nr. 1 ist – natürlich – die Ernährung. Gerade Lebensmittel mit einem hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt unterstützen den Körper (nicht nur) in dieser Umstellungsphase. Achte darauf, möglichst viele unbearbeitete Lebensmittel zu dir zu nehmen. Also wenig Konservierungsstoffe, viel Frische! Bananen sollen bspw. unseren Serotoninspiegel, das Glückshormon, positiv beeinflussen. Genauso wertvoll sind frische Feigen, sie bringen viele B-Vitamine und Tryptophan, wichtig für die Serotoninbildung, mit. Und ein besonderer Klassiker für die Nerven sind Nüsse (weshalb heißt diese eine Nussmischung wohl „Studentenfutter“  ;-)?). Auch in ihnen sind viele B-Vitamine enthalten, die gut für unser Gehirn und unsere Stimmung sind.
  • Verwöhne dich über deinen Körper: pflege ihn mit Peelings, öle ihn mit gut duftenden, reinen Produkten ein und unterstütze ihn über diese Streicheleinheiten bei der Veränderung.
  • Sorge für Auszeiten, Ruhephasen: was hilft dir, um wieder Energie zu schöpfen? Für die eine ist es Yoga, die andere singt oder tanzt. Was kannst du für dich tun, um in deine Mitte zu kommen?
  • Tausche dich mit Gleichgesinnten aus! Tut es nicht gut zu spüren, dass du mit deinen Ängsten und Wünschen nicht alleine bist?
Auch wir freuen uns über einen Austausch! Melde dich gerne bei uns, falls du Fragen hast oder weitere Inspirationen wünschst.

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  • Gehst du bereits viel raus in die Natur? Dann tust dir auf alle Fälle etwas Gutes. Ich merke es immer wieder, wie meine Stimmung steigt und ich mich mit allem verbunden fühle, wenn ich draußen bin. Tief durchatmen, den Vögeln beim Zwitschern zuhören und in den Himmel blicken lässt mich Kraft schöpfen. Wie ist es bei dir?
  • Achte auf deine Gedanken! Die können unsere Gefühle nämlich auch ganz schön beeinflussen. Sie können unsere Stimmung killen, aber auch in die höchsten Höhen katapultieren. Hast du schon gemerkt, wie sich deine Stimmung ändert, wenn du z.B. an einen wunderschönen Urlaub denkst? Sofort gehen die Mundwinkel nach oben und ein Wohlgefühl schleicht sich ein. Stelle dir immer wieder Fragen, die dich mit positiven Erlebnissen verbinden. Bspw.:
    • Was sind besonders schöne Erinnerungen für mich?
    • Was mache ich unheimlich gerne?
    • Oder auch: was würde ich gerne machen? Stelle dir vor du tust es JETZT, in diesem Augenblick.
    • Wo fühle ich mich besonders wohl?
    • Wofür bin ich dankbar?
    • Mit welchen Menschen fühle ich mich verbunden?
  • Nutze bewusst die Macht deiner Körpersprache! Dazu kannst du immer wieder auf deine Haltung achten. Nimmst du z.B. häufig unbewusst die Schultern nach vorne, machst dich klein? Oder presst die Zähne aufeinander, weil du meinst, dich durch etwas durchbeißen zu müssen? Entspanne bewusst deine Muskulatur, lass deinen Unterkiefer etwas nach unten fallen und lächle. Darüber bist du direkt mit deinen Gefühlen verbunden – probiere es einfach aus.
  • Auch Heilpflanzen können unsere Stimmung wunderbar unterstützen. Es gibt tolle Produkte, die ganz natürlich sind. Sprich am besten mit deinem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker darüber.

5. Und zu guter Letzt

  • Falls du immer noch schlecht gelaunt bist, obwohl du einiges ausprobiert hast, gehe dem auf den Grund! Vielleicht gibt es ja etwas, was dich ärgert, an deine Grenzen bringt. Vielleicht interessiert dich dazu auch folgender Artikel „Wohin mit Wut und Ärger?“. Und falls du traurig bist, hat auch das einen Grund. Vielleicht geht es um Abschied, loslassen? Vertraue dich jemandem an, sprich über das, was dich belastet, wenn du glaubst, es ist zu viel für dich allein. Andere Menschen haben meist einen anderen Blick auf unsere Themen, dadurch können sich vielleicht neue Handlungsspielräume eröffnen.

Ich hoffe, ich konnte dir für diese spannende Lebensphase ein paar wertvolle Ansatzpunkte geben, die dich auf deinem Weg unterstützen oder inspirieren können!

Gibt es etwas, was dich spontan anspricht, was du versuchen möchtest? Oder hast du noch ganz andere Ansätze? Dann schreibe mir gerne einen Kommentar oder auch ein Mail. Ich freue mich auf dich!

FrauSeele Gut Schlafen Ritual

Kennst du das auch? Du liegst stundenlang wach, die Gedanken kreisen und es graust dir vor dem nächsten Tag, an dem du wieder total erschöpft bist. Möchtest du das ändern? Willst du endlich mal wieder gut schlafen und ausgeruht in den Tag starten? Dann probiere unbedingt FrauSeele`s Gute Nacht-Ritual aus. Weitere Inspirationen, die dich ab der Lebensmitte unterstützen können, erhältst du in den wöchentlichen Tipps von FrauSeele.

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