Weihnachtsgeschichte von FrauSeele

FrauSeele Weihnachtsgeschichte

Frohe Weihnachten

Wir wünschen dir von Herzen frohe Weihnachten und ruhige, entspannte und besinnliche Feiertage. Genieße deine freie Zeit.

Für die besinnliche Weihnachtszeit hat Bettina für dich diese kleine Geschichte geschrieben und wir wünschen dir viel Spaß beim Lesen:

Theo, die Frau in pink und ein Wunder, das wahr wurde

Theo war 8 Jahre alt und es war kurz vor Weihnachten. In der Schule hatte er im Werkunterricht bereits verschiedene Geschenke gebastelt, auf die er so richtig stolz war. Nun fieberte er dem Heiligen Abend entgegen und konnte es kaum abwarten, seine Werke unter den Tannenbaum zu legen. Natürlich freute er sich mindestens genauso sehr auf die Geschenke, die für ihn bestimmt und sicherlich wieder in bunte Päckchen verpackt waren.

Als er am Tag nach dem 4. Advent von der Schule heimkam, war allerdings plötzlich alles ganz anders. Seine Mutter stand mit verweinten Augen am Herd und erzählte Theo, auf sein verängstigtes Nachfragen, dass sie ab sofort nicht mehr arbeiten könne, da das Unternehmen, für das sie bisher gearbeitet hatte, geschlossen werden müsse. Da der Vater aus einem ähnlichen Grund bereits vor 3 Monaten seine Arbeit verloren hatte, würde es finanziell nun etwas enger werden. Sie wisse gerade nicht, von was sie die Miete im nächsten Monat zahlen sollten.

Theos Mutter versuchte zuversichtlich zu lächeln, sagte etwas von „das wird schon wieder“, doch Theo spürte ihre große Sorge. Als er nach dem Mittagessen in sein Kinderzimmer ging, war ihm klar, dass er etwas tun müsse. Er müsste für ein Wunder sorgen! Vielleicht könnte er ja durch einen Brief an den Weihnachtsmann dafür sorgen, dass die Fabrik doch nicht geschlossen würde? Oder er verzichtete auf seine Geschenke? Das würde vielleicht mit dazu beitragen, die Miete bezahlen zu können. All diese Gedanken gingen dem Jungen durch den Kopf. Außerdem war da auch ein großes Gefühl von Unsicherheit und Angst in seinem kleinen Bauch. Was würde passieren, wenn sie nicht mehr alles bezahlen könnten und die Eltern für immer arbeitslos blieben?

In der darauffolgenden Nacht träumte Theo von einem großen Basar

So einen, wie er ihn in einem Film gesehen hatte. Er sah bunt gekleidete Menschen, die sich lautstark in allen möglichen Sprachen unterhielten. Sie liefen herum, lachten, riefen etwas und trugen Waren hin und her. Außerdem lag auch ein faszinierender Duft von fremden Gewürzen in der Luft. Es roch köstlich. Fasziniert schaute Theo sich um, bis er von einer kleinen Frau in einem pinkfarbenen Kleid angesprochen wurde.

„Hallo Junge, wie kann ich dir helfen?“ fragte sie. Theo schaute sie erstaunt an und mochte sie auf Anhieb. Sie war wunderschön, trotz ihrer mindestens 100 Jahre hatte sie das lebhafte Lächeln einer jungen Frau. Ihre Augen strahlten ihn offen, interessiert und liebevoll an. „Ich weiß nicht, ob Sie mir helfen können“, sagte Theo – doch dann sprudelte es aus ihm heraus. Er erzählte dieser fremden, alten Dame von der Situation daheim und den großen Sorgen seiner Eltern. Und dass er nun alles tun wolle, damit es ein Wunder gäbe und die Eltern wieder lachen könnten. Die Frau in pink fragte Theo daraufhin, was er denn zu tun gedenke. Als Theo mit den Schultern zuckte, merkte er, dass er einen Rucksack trug. Verwundert nahm er diesen von seinen Schultern und öffnete ihn. Darin fand er die Geschenke, die er so eifrig in den letzten Wochen gebastelt hatte. „Ich könnte das hier verkaufen, vielleicht bekomme ich dafür ja genug Geld für die Miete!“

Doch dieser Basar war anders als alle, die Theo bisher kannte

Die Frau lächelte und erzählte ihm, dass dieser Basar ein ganz besonderer sei. Es würde nicht mit Geld bezahlt, sondern die Dinge würden mit anderen Waren oder gegen Dienstleistungen getauscht. „Oh, schade“, sagte Theo, doch die nette Frau stupste ihn aufmunternd in die Seite und sagte „Warte es ab, diese Tauschgeschäfte sind etwas ganz Besonderes, sie haben Zauberkraft in sich. Eines ist aber wichtig: du darfst keinen Tausch ablehnen.“

So ließ sich der kleine Theo mit seinen gerade mal acht Jahren auf das Handelsgebaren dieses fremden Marktes ein, denn er vertraute dieser Frau, die so unerschütterlich fröhlich an seiner Seite stand. Er leerte seinen Rucksack und breitete seine Kostbarkeiten vor sich aus. Nach und nach kamen Leute, die seine Sachen sehr schätzten und ihm dafür etwas in seinen Rucksack taten, was in kleine Päckchen verstaut war. So konnte er nicht sehen, dass jedes Päckchen kunstvoll verziert war und Begriffe wie Freundschaft, Nächstenliebe, Vertrauen, Hoffnung und Familie in einer goldenen Schrift darauf geschrieben standen. Anfänglich verunsicherte ihn seine Ungewissheit sehr. Was, wenn in den Päckchen nur alter Trödelkram wäre oder vielleicht gar nichts? Doch mit der Zeit machte ihm das Tauschen soviel Spaß, dass er sich keine Gedanken mehr darüber machte. Die Frau im pinkfarbenen Gewand neben ihm rief immer mehr Leute herbei, sie lachte und sang sogar zwischendurch. Jedem schien es gut zu gehen und Theos Rucksack wurde immer voller, obwohl er mittlerweile gar keine Geschenke mehr zum Tauschen anbieten konnte. Doch irgendwie schien das plötzlich gar keine Rolle mehr zu spielen….

Als Theo am nächsten Morgen erwachte, hatte er den Traum längst vergessen

Doch er spürte wieder diese große Fröhlichkeit und Unbeschwertheit in sich, die so typisch für ihn war. Außerdem war da noch ein anderes Gefühl, dass alles gut werden würde. Alles war plötzlich wieder heller und freundlicher. In der Schule hatten sie über die Bedeutung der Kerzen am Adventskranz gesprochen. Diese sollen die Menschen ja über die 4 Adventssonntage wieder nach und nach ins Licht führen. Aus der Dunkelheit der langen Nächte erwächst so in jedem Jahr zur Weihnachtszeit die Gewissheit, dass es wieder hell wird. Und das ist Hoffnung, sagte die Lehrerin. Irgendwie fand Theo das schön.

So vergingen die letzten Tage bis zum Heiligen Abend und Theo verbrachte sie, wie achtjährige Jungen das meistens tun: mit spielen, warten, Hausaufgaben machen, Plätzchen essen und schlafen. Mit seinen Eltern sang er abends vorm Schlafengehen immer noch Weihnachtslieder und einmal gab es sogar noch einen warmen Bratapfel für ihn, den sie gemeinsam über dem Kamin geschmort hatten. Und jede Nacht traf er im Traum diese Frau in pink, die ihn immer wieder an andere Orte führte und an die er sich am nächsten Morgen nicht mehr erinnern konnte.

Dann war er endlich da: der Abend des 24. Dezember

Theo breitete seine gebastelten Geschenke unter dem Tannenbaum aus und wartete danach in seinem Zimmer, bis die Glocke ertönte und er wieder ins Wohnzimmer durfte. Gemeinsam mit seinen Eltern bestaunte er den wunderschön geschmückten Baum. An ihm hingen viele Strohsterne, die er in den letzten Jahren gebastelt hatte und bunte Kugeln strahlten mit den Kerzen um die Wette. Staunend öffneten seine Eltern die Päckchen und freuten sich sehr über die Geschenke ihres Sohnes. Auch Theo freute sich natürlich über die tollen Überraschungen, die unter dem Tannenbaum auf ihn warteten. Doch dann fragte er seine Eltern plötzlich etwas besorgt, wie es denn nun im neuen Jahr ohne Arbeit für sie alle weitergehen solle. Lächelnd nahm ihn sein Vater in den Arm. „Mach dir keine Sorgen, mein lieber Junge. Ich habe heute Morgen mit Onkel Franz gesprochen. Er braucht Hilfe in seinem Geschäft und hat deiner Mutter und mir Arbeit angeboten. Wir werden bei ihm ab Januar angestellt sein. Wie du siehst, geht es immer weiter. Verliere nie die Hoffnung!“.

Als die kleine Familie später, wie auch in den letzten Jahren, zum Singen ins benachbarte Seniorenheim ging, war für den kleinen Theo die Welt wieder in Ordnung. Er hüpfte von einem Bein auf das andere und fühlte sich zu allerlei Schabernack aufgelegt. Inbrünstig sang er mit den anderen Menschen die Weihnachtslieder und sah in lauter fröhliche Gesichter. Was ihn allerdings doch sehr wunderte, war dieses vertraute Gefühl, was er bei einer alten Dame verspürte, die ihn die ganze Zeit liebevoll und wissend anlächelte. Er kannte sie doch gar nicht. Und warum war sie ganz in pink gekleidet?

Wenn du die Geschichte mit anderen Menschen teilen möchtest, kannst du sie hier als pdf.-Datei downloaden: Weihnachtsgeschichte

Wir senden dir weihnachtliche Grüße und wünschen dir von Herzen alles Gute!

FrauSeele Unterschrift

2 Kommentare
  1. Angelika Rappel says:

    Eine sehr schöne Geschichte. Ohne Hoffnung wäre die Welt sehr arm dran. Das ist es doch, was uns immer weitermachen lässt und letztlich auch weiterbringt…

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    • FrauSeele says:

      Danke dir, Angelika! Hoffnung als den Motor unseres Herzens zu sehen finde ich gerade sehr schön… FROHE Weihnachten und ganz liebe Grüße!

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